Poesie (be)lebt


Kreativer Ausdruck zum Verarbeiten von Lebenssituationen.


Hallihallo meine Lieben!


Diese Woche haben wir mal wieder einen wundervollen Gastautor. Ja! Ihr lest richtig GastAUTOR, ein Mann! Robert hat zwar keine Essstörung, doch er hat gelernt seine Gefühle und Gedanken in ganz wundervolle Gedichte zu packen. Das wäre doch bestimmt auch eine tolle Bewältigungsstrategie für die eine oder andere von euch?



Wenn ihr uns auf Instagram folgt habt ihr auch das ein oder andere Gedicht von Robert schonmal gesehen. Jourvie sitzt nämlich im Coworking Space Impact Hub in Berlin, das bedeutet, dass sich dort viele unterschiedliche Unternehmen ein große Büro teilen. Und auf den Toiletten dieses Büros hängt Robert immer seine tollen Gedichte aus. Man muss gar kein Handy mit aufs Klo nehmen ;) denn man kann in der Zeit einfach das wöchentlich wechselnde Gedicht lesen!


Unsere Geschäfsführerin Vivian hat eines der Gedichte gelesen und fand, dass es super zu uns passt also wollten wir es unbedingt mit euch teilen. Und Robert war dann auch noch so nett noch ein wenig mehr über sich und seine Poesie zu schreiben.


Hier aber erstmal das tolle Gedicht:


Sorry Body

Dear body, I am sorry.

I am sorry for the crappy food that I ate because I didn't know better at the time.

I am sorry for all the crappy food that I ate even though I knew better. But my will was defeated and my indulgence victorious.

I am sorry for the times I didn't move enough and sat still like a robot without a battery for a timeless eternity that made my muscles aching stiff and painfully tensed.

I am sorry for the times I ran around relentlessly like a chicken without a head without a moment to breathe, without any break

but nearly breaking down.

I am sorry that I didn't always give you the majestic sleep you deserved after hard-work of ruling my realm of daily life with me.

I am sorry that I didn't give you all the compliments you deserve until this day. I am sorry for the moments I forgot that you are my closest buddy.

I am sorry.

by Robert Eckstein


Wie es dazu kam, dass er zu einem geschätzten Berliner Poet wurde, den ihr auch gerne mal auf einem Poetry Slam hier in Berlin erleben dürft, erzählt er euch aber lieber selbst.


Vorhang auf für ROBERT <3




Poesie lebt -

Kreativer Ausdruck zum Verarbeiten von Lebenssituationen.

Es fing an vor einigen Jahren mit einem Assignment durch eine Leadership Konferenz:

"Schreibe ein 3-5 minütiges Gedicht mit einem Thema deiner Wahl".

Zu dem Zeitpunkt war das letzte Mal, als ich selbst ein Gedicht schrieb wahrscheinlich in der Schulzeit.

Aber ich sah es als eine aufregende Aufgabe und erinnerte mich zugleich an Auftritte von Button Poetry, die mir schon oft Gänsehaut und Inspiration gaben.

Nun, positiv überraschend war das Schreiben so... leicht.

Und mit leicht meine ich, dass die Wörter und Ideen einfach so kamen,

nach und nach,

von der Fingerspitze durch den Kugelschreiber auf das Schmierpapier.

Und seit dieser Entdeckung, bin ich im Flow.

Mal als Prosa. Mal als Lyrik. Mal als Mix.

Für mich ist es eine kreative Art des Ausdrucks meiner Gedanken und Gefühle. Eine Möglichkeit meine Innenwelt und was in mir vor geht, sichtbar auf Papier zu bringen. Gedanken, die ich aufschreibe und dann vor mir sehe, ist für mich eine Art des Akzeptierens jener und löst sie aus meinem System. Ich schreibe zumeist aus meiner Perspektive, mit den Lebensthemen, die mich beschäftigen. Heißt beispielsweise, wenn ich grad verliebt bin oder jemanden date, sind es vermutlich mehr romantische Gedichte. Wenn ich grad verwirrt bin, sind es vermutlich metaphorische und verschachtelte Gedichte. Wenn ich grad viel fühle, sind es vermutlich Gedichte über die Wichtigkeit vom Zulassen von Gefühlen .

Es ist oft befreiend. Es ist oft lehrreich. Ich habe schon öfters auf meine eigenen geschriebenen Zeilen geschaut und es brachte mir Pipi in den Augen oder zum Nachdenken, als ob mein Unterbewusstsein mir selbst etwas aufzeigen wollte.

Berlin hat eine lebendige Poetry-scene (sicherlich auch andere Städte).

Deutsche Poetry Slams, englische Open Mics, Lesebühnen, Comedy & Poetry... die Stadt hat einiges zu bieten mit Spoken Words, Rap und Storytelling.

Es ist irgendwie so, als ob ich Teil einer Gemeinschaft bin.



Leute, die sich in einem Keller (ich weiß nicht warum, aber viele Poetry Veranstaltungen zu denen ich gehe, finden in Kellern statt) treffen, um einem "fremden" Publikum ihr Herz zu öffnen, sich verletzlich und somit stark zu zeigen, zu unterhalten, ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern, die Augen wässrich zu machen oder einfach anderen zu zeigen: uns alle verbindet etwas, du und ich, wir haben kennen alle das Gefühl von XYZ.

Natürlich ist das auch nochmal ein weiterer Schritt, die eigengeschriebenen Texte vor anderen zu präsentieren. Aber es ist ein unglaublich schönen Gefühl, die eigenen Worte nach draußen zu tragen und lebendig zu machen.

Ich hatte da anfangs (und manchmal immer noch, abhängig vom Thema) Angst vor Ablehnung oder Verurteilung. Doch diese Gemeinschaft hält zusammen und gibt, in meinen Augen, einen Halt und den Raum für jegliche Themen: Von der Periode zu Belästigungen, Herzschmerz, Liebe, Sexgeschichten,Trauer oder Witzen über die Stadt Berlin.

So ist meine Einladung an dich, liebe*r Leser*in:

Probier es aus. Greif dir Kugelschreiber, Papier und schreibe ein Stück.

Es gibt keine Regeln, die du dir nicht selbst auferlegst. Kein richtig und falsch.

Was mir mal unglaublich geholfen hat im Schreiben, war zu lesen, dass

der berühmte Ernest Hemingway anscheinend folgende Herangehensweise hatte. Wann auch immer er eine Schreibblockade oder Brett vor dem Kopf hatte, würde Hemingway mit einem wahren Satz anfangen. Ein Satz, der für ihn wahr ist. Und dann noch einer. Und noch einer. Und ein weiterer. Bis es wieder fließt.

Link zu Robert's Poetry Channel




Wow, Robert, vielen lieben Dank für diesen tollen Beitrag! Es ist wirklich toll unseren LeserInnen mal eine ganz andere Story liefern zu können :). Wie ihr lesen konntet musste sich Robert auch manchmal Mut zureden. Man muss sich ab und an überwinden und trauen aber es lohnt sich auf jeden Fall! Jetzt seid ihr dran! Wer hier ist auch daran interessiert uns ihre/ seine Story zu erzählen. Welche Hobbys habt ihr, was macht ihr um euch zu entspannen? Schreibt uns einfach unter hello@jourvie.com.


Wir wünschen euch noch ein tollen Abend <3

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