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Wie funktioniert die Therapie in der Klinik eigentlich?

Therapie ist nicht gleich Therapie

Hallo meine Lieben!

na, wer hat alles den Artikel letzte Woche zum Frühstück in der Klinik gelesen? Irgendwie krass wie alles so durchgetaktet und geplant ist oder? Doch wer kennt das nicht - Routinen helfen sehr dabei die Dinge zu erreichen, die man erreichen will. Wenn ich mich zum Beispiel in den Ferien mal nicht an meine Routine halten kann, werde ich oft sehr faul und fast schon lethargisch. Heute dürft ihr euch auf den tollen 3. Teil von Elisa freuen!

Es wird mal wieder wahnsinnig interessant! Da Kliniken und Therapien irgendwie schon so ein Tabu Thema sind gibt es online nicht all zu viel Infos oder gar Erfahrungsberichte über sie. Aus diesem Grund bin ich besonders stolz darauf, dass wir von Jourvie euch so persönliche und private Einblicke bieten können.

Elisa hat mir erzählt, dass sie heute mal über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten berichten möchte, die sie schon kennengelernt hat und wie die so waren.

So und nun überlasse ich ihr mal wieder das Zepter:

In meiner Klinik gab es ganz verschiedene Arten der Therapie, denn Therapie ist natürlich nicht gleich Therapie. Klar, hatten wir die ganz klassische Psychotherapie, bei der man einfach vor einander auf einem Stuhl sitzt und erzählt, wie es einem so geht, doch es gab noch viele andere Formen der Therapie. Das ist ja auch irgendwie der Sinn hinter einem Klinikaufenthalt. Sonst könnten wir auch alle Zuhause sitzen und einfach nur ein Mal die Woche zum Psychologen gehen.

In meiner Klinik konnten wir uns für die anderen Formen der Therapie einschreiben, wie für AGs in der Schule. Ich habe beispielsweise einen Musiktherapiekurs gewählt. Der war ganz lustig. Wir waren 8 Teilnehmerinnen die sich Montags um 16:00 Uhr im Musikraum eingetroffen haben. Maria, die den Kurs geleitet hat, hat uns jedes Mal etwas anderes machen lassen.

Am Anfang hatte ich etwas Angst vor de Kurs und davor, dass es alles mega peinlich und komisch werden würde. 8 Mädels die ihre Gefühle mit Instrumenten ausdrücken. Das klang einfach weird. Doch Maria war super lieb. Wir durften uns in der ersten Stunde alle ein Instrument nehmen, irgendwas einfaches wie ein Triangel oder ein Tamborin. Dann hat sie uns den Takt vorgegeben und jedem Anleitungen zu seinem Instrument gegeben. Dabei haben wir dann noch irgendein simples Lied im Kanon gesungen.

Es klingt vielleicht nicht nach viel, doch es hat echt Spaß gemacht und irgendwie hat es auch mega gut getan zu singen und Musik zu machen. Das ist wahrscheinlich auch Ziel der ganzen Sache. Das man sich einfach gut fühlt. Man vergisst für den Zeitraum eines Liedes fast seine ganzen Sorgen und Ängste, denn man muss ja im Takt bleiben und den Text singen. Vielleicht kennt das eine von euch vom Chor oder so?

Ein paar Sekunden oder gar Minuten in denen ich nicht daran denken musste wie viel ich heute gegessen habe, ob ich wohl je wieder normal in die Schule gehen kann oder ob die Zahl auf der Waage beim nächsten wiegen mich glücklich machen wir oder mir Angst machen wird. Es hat auf jeden Fall gut getan.

Mittwochs um 10:00 hatte ich Maltherapie. Dabei saßen wir nicht einfach vor einem Blatt Papier und haben drauf los gemalt. Nein, es hatte schon ein System. Vor jeder Stunde hat uns eine Therapeutein gefragt, wie es uns geht und hat uns dann gezielt fragen gestellt. Beispielsweise ob wir Geschwister hätten, wie so unsere Beziehung zu ihnen wäre und so weiter.

Dann haben wir uns vor unsere Leinwände gesetzt und sollten uns an eine besonders schöne Situation mit unseren Geschwistern erinnern und dieses Gefühl malen. Da sind ganz schön krasse Bilder bei rausgekommen. Es ist schon krass, was für Gefühle der Prozess ein Bild zu malen bei einem auslösen kann.

Eine der Teilnehmerinnen musste dabei anfangen zu weinen, weil sie ihre Schwester so sehr vermisste und das hat irgendwie einen Gefühlsstrom losgestoßen und auf einmal haben wir alle geweint. Das war schon krass :D. Aber es hat uns auch ganz schön zusammengeschweißt.

Essenstherapie gibt es natürlich auch. Dabei sollten wir wieder lernen, richtig mit Essen umzugehen. Wir haben zusammen gekocht, haben gelernt welches Gemüse uns besonders gut tut usw.. Unsere Essensspezialistin Kerstin war so leicht esoterisch angehaucht.

Sie ist mit uns einen chinesischen Essenskalender durchgegangen und hat uns erklärt, welches Gemüse, welche Frucht, welches Gewürz, welches Kraut uns wann gut tut. Wusstet ihr zum Beispiel das Selleriebrühe dem Magen gut tut? Gerade wenn man zu wenig ist oder dann doch eine Fressattacke bekommt, ist es wichtig zu wissen, wie man en Magen beruhigt.

Ihr wisst ja bestimmt, dass man zum Bespiel Blähungen bekommt, wenn man viel Mist und durcheinander isst, aber auch wenn der Magen zu leer ist und lange nicht gegessen hat bzw. sich krümmt aus irgendwas im Körper noch Energie zum Leben zu machen muss man ganz schön ekelhaft pupsen. Dabei hilft dann zum Beispiel Fencheltee. Klar,

Und natürlich gibt es da noch die ganz normale Psychotherapie bei der du einfach nur redest und redest und redest. Dabei gehen Psychologen die Situation ganz unterschiedlich an. Sie lassen dich zum Beispiel einen Lebensfluss malen. Habt ihr sowas schonmal gemacht?

Dabei malst du einen Fluss der dein Leben symbolisiert. Er kann Strudel und Wasserfälle haben, dicker und dünner werden und um ihn herum kannst du natürlich auch Dinge, Menschen, Tiere, Zahlen usw. malen. Ich würde jedem raten mal so einen Fluss zu malen. Es ist wirklich interessant, was dabei rauskommen kann, wenn man sich so intensiv mit der Vergangenheit beschäftigt.

Manchmal fangen Psychologen in der Vergangenheit an und du gehst mit ihnen jedes einzelne Jahr durch, manchmal befragen sie dich zu deinen einzelnen Familienmitglieder und Freunden. Wenn sie dich dann schon kennen geht es meistens darum wie es dir geht, warum es dir an dem und dem Tag so ging und weshalb die da nichts oder da zu viel gegessen hast.

Dabei besprichst du mit ihnen dein Essenstagebuch, welches du seit der letzten Psychosession geführt hast. Das Essenstagebuch ist etwas super wichtiges während einer Essstörungstherapie. Du musst es andauernd führen, von Morgens bis Abends. Was du gegessen hast, um welche Uhrzeit, ob du dabei alleine warst, wie du dich gefühlt hast usw.

Anhand dieses Tagebuchs kann der Psychologe dann dein Essverhalten analysieren und dir dabei helfen ein System zu entwickeln, welches dir auf dem Weg der Heilung unterstützt.

Ende

Wow, Elisa! Ich danke dir mal wieder mega für deinen Beitrag. Das war mal wieder mega spannend! Und da Elisa von ihrem Essenstagebuch erzählt hat möchte ich kurz ein wenig Werbung machen ;). Und zwar ist es ja ziemlich umständlich und auch mega nervig dieses Tagebuch immer mit sich rumzuschleppen. Aus diesem Grund hat unsere Gründerin aus diesem Essenstagebuch vor ein paar Jahren die App JOURVIE entwickelt, damit man nicht in der Schule oder bei Freunden ein Essenstagebuch auspacken muss. Wäre ja super peinlich, wenn man das allen erklären würde.

Das was du in dem Jourvie-Essenstagebuch speicherst kann natürlich auch sonst keiner lesen oder speichern. Nur du kannst aus deinen Daten eine PDF an dich oder deinen Psychologen schicken. Ist doch super cool und einfach oder?

Ganz liebe Grüße meine lieben! Und vergisst nicht unseren Blog zu abonnieren damit ihr auch ja nichts verpasst!

Ganz liebe Grüße

Sarah <3

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