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Suzis Geschichte

Essstörungen aus bulgarischer Sicht 

Hallo meine Lieben!

Diese Woche hat sich die liebe Suzi dazu bereit erklärt etwas über die Situation in Bulgarien zu schreiben. Sie ist vor kurzem nach Berlin gezogen und ist durch Freunde auf uns aufmerksam geworden. Es scheint, als ob es in Bulgarien gar nicht so anders vorgehen würde als hier oder vielleicht doch?

Lest selbst:

Hallo ihr Lieben! Hier ist Suzi! :)

Heute würde ich gerne den Blogartikel ein bisschen anders schreiben, denn Ich möchte meine persönliche Erfahrung teilen, wie ich zum ersten Mal etwas mit Essstörungen zu tun hatte.

Ursprünglich komme ich aus Bulgarien und habe dort fast mein ganzes Leben gewohnt. Vor ca. 2 Jahren zog ich nach Berlin und ich habe gleich gemerkt, dass es einen großen Unterschied gibt, wie Mädels in meinem Heimatland aussehen und welchen Standard es hier gibt.

Schlechter Einfluss

Vielleicht haben wir einiges aus Amerika abgeschaut: Mit 14 fangen viele an sich zu schminken. Sie laufen mit Absatzschuhen herum und versuchen so viel wie möglich erwachsener auszusehen und sich so zu benehmen.

Ebenso bin ich ein Opfer davon geworden. In der achten Klasse hab ich schon meine Haare mit verschiedenen Glätteeisen und Lockenwickler frisiert, von meiner Mutter die Damentaschen als auch Kleidung „geklaut“ und mich so toll geschminkt, als ob ich in einen Club gegangen wäre. Dabei wollte ich nicht nur älter aussehen, sondern auch herausstechen.

Ein weit verbreitetes Phänomen

Neben mir haben viele andere sehr viel Wert auf ihren Style gelegt und sich bemüht herauszustechen. Von den Medien und den Zeitschriften habe ich Inspiration erhalten und gesammelt.

So jung war ich damals und habe trotzdem monatlich alle Auflagen von Zeitschriften wie Vogue, Cosmopolitan, Joy etc. weiter gesammelt und ausgiebig inspiziert.

Obwohl ich selbstbewusst genug war hatte ich immer das Gefühl, als würde es gar nicht reichen was ich bis dahin gemacht habe.

Was machen die Kinder mit 10? Sie spielen draußen mit ihren Freunde, sammeln Postkarten, Marken, Spielzeuge oder ähnliches. Was habe ich gemacht?

Idol: Photoshop-Bearbeitungen

Trotz meines jungen Alters habe ich mir schon Sorgen gemacht, ob meine Beine schlank und lang genug sind und ob mein Bauch flach genug ist. Die Liste geht natürlich noch weiter.

Immer habe ich die Prominenten in den Zeitschriften angesehen und das habe ich als Motivation benutzt und als „Idealbild“ gesehen. Menschen, deren Bilder voller Bearbeitungen in Photoshop sind.

Runway Models, die so ungesund dünn sind, dass man sich Sorgen macht, ob sie nicht gleicht umkippen würden. Und was richtig traurig ist: Es ist ein Standard, der von der Gesellschaft angesetzt ist, dass die Mädels und Frauen so aussehen sollen.

Trendy auf Kosten der Gesundheit

Es war bei mir auch nicht anders, denn fast alle meine Freundinnen haben das selbe angestrebt und zwar trendy‘ zu sein. Obwohl ich niemals wirklich eine Essstörung hatte, habe ich langsam gemerkt, wie das Essen mein Leben kontrolliert hat.

Stets war ich immer so vorsichtig mit dem was ich essen ‘darf’, immer Kalorien zählen und ich habe mich immer sehr beschränkt gefühlt.

So ging es nicht nur mir, denn mit der Zeit ist die Situation bei einer sehr guten Freundin von mir deutlich schlechter geworden. Sie hat immer mehr und mehr abgenommen mit der Zeit.

Einmal sind wir zusammen shoppen gegangen, als sie plötzlich umgekippt ist. Ich war in totaler Panik geraten, weil ich wusste das sie gesundheitliche Probleme entwickelt hat wegen ihres Essverhaltens.

Nie hätte ich gedacht, dass es so schlimm geworden ist. Der Arzt meinte zu ihr, dass wenn sie nicht gleich ihren Lebensstil und die damit verbundenen Essgewohnheiten nicht so schnell ändert, werden viele ihrer Organe nicht mehr funktionieren können.

So etwas hat zur Folge, dass sie mit 16 Jahren schon Herzprobleme hatte, die sie einige Zeit noch begleiten würden, sobald sich nicht etwas ändert.

Was mir klar wurde, ist, dass der Charakter viel wichtiger ist als ein extremes Aussehen. Das wichtige ist, dass man mit sich selbst im Reinen ist so wie jeder Einzelne ist. Es lohnt sich nicht, sich zu verändern, nur um ein gewissen Stereotyp gerecht zu werden.

Denkt immer dran, dass die inneren Werte viel wichtiger sind als reine Oberflächlichkeit. Die Leute, die euch wirklich lieben, werden immer für euch da sein, egal wie ihr ausseht, und die Leute, die euch anhand eures Aussehens beurteilen, sind keine wahren Freunde und kein relevanter Einfluss für euch!

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