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Mäuse, Beziehungen und Erfolg in der Recovery von Essstörungen

Du fühlst dich alleine? Du schottest dich von anderen ab? Wir zeigen dir, was wir uns von Mäusen abschauen können, um dem Alleinsein zu entkommen.

Wir gegen die Welt? Nein. Ich gegen die Welt. Essstörungen sind meist einsame Angelegenheiten. Und gerade darum sind Beziehungen wichtig und richtig.

Essstörungen machen einsam. Oft müssen wir vor allem mit uns selbst kämpfen und und selbst überwinden.

Selbst wenn Eltern, Freunde und Verwandte helfen wollen, verstehen sie nie komplett wie es uns - und was in uns vorgeht.

Manchmal werden durch gut gemeinte Tipps Dinge auch schlimmer.

Alleinsein verstärkt die Essstörung

Kennst du schon das Buch „Anleitung zum Unglücklich sein“?

Schon der Klappentext auf der Rückseite beschreibt sehr schön, wie Alleinsein unsere negativen Gedanken verstärkt.

Sobald wir alleine sind und unsere Gedanken wild herumspinnen, neigen wir dazu, uns in negative gedankliche Teufelskreise zu stürzen.

Wir haben den Fokus nur noch auf Essen, Essen und Essen.

Der scheinbar simpelste Ausweg dazu: Ablenkung.

Warum nicht einfach jemanden anrufen, jemandem in Whatsapp oder Facebook kurz schreiben „Hey wie geht’s, was machst du gerade?“

Warum nicht einfach in Netflix oder Amazon gehen und einen neuen Film anschauen.

Oder die Schuhe anziehen und raus in die Stadt.

Zwei Jugendliche in einer Beziehung.

Motivation für die ganz schlimmen Phasen

In jeder Therapie gibt es Phasen, in denen es besser - oder eben auch schlechter läuft.

Das ist ganz normal. Nach Sonne kommt immer Regen und danach auch wieder Sonne.

Damit wir die regnerischen Phasen gut überstehen, gibt es Freunde.

Sie hören einem zu, geben ehrliches Feedback, bauen einen auf und können einen auch ablenken.

Es sind immer diese Tage, an denen ich mich am liebsten unter die Bettdecke verkriechen will. Dann kommt meine beste Freundin und zwingt mich, raus zu gehen.

Wir reden über alles und alleine schon das Herz auszuschütten wirkt Wunder. Einfach mal alles rauslassen.

Plötzlich sieht die Welt gar nicht mehr so schlimm aus. <3

Jugendliche, die sich gegenseitig in den Arm nehmen.

Das Henne Ei Problem

Ich habe mich oft gefragt, was bei mirzuerst da wa? Das Alleinsein oder die Essstörung?

Warst du schon immer eher ein zurückgezogener Typ und hast dann eine Essstörung bekommen oder hat dich die Essstörung erst dazu gebracht, dich von anderen zu isolieren?

Es gibt natürlich beide Fälle. Und in beiden Fällen stellt sich die Frage, ob ein aktives soziales Umfeld einen positiven Einfluss auf deine Recovery haben kann!

Wie Wissenschaftler es sehen

Wie wirkt sich ein soziales Umfeld auf eine Sucht aus?

MagerSucht hat viele Facetten, die einer echten Sucht gleichen. Betroffene sind süchtig nach einem dünneren Körper.

Darum möchte ich dir von einem spannenden Experiment erzählen, das schon vor über 30 Jahren an Mäusen durchgeführt wurde.

Damals wurden Versuchsmäuse in einen Käfig gesperrt und ihnen wurden zwei verschiedene Getränke zur Verfügung gestellt.

Das erste war reines Wasser und das zweite war Wasser mit Heroin.

Die Mäuse bevorzugten das Wasser mit Heroin, was bei einigen zu einer Überdosis und damit zum Tode führte.

Später wiederholten andere Wissenschaftler das gleiche Experiment – allerdings veränderten sie den Käfig.

Sie bauten den Käfig in ein Disneyland für Mäuse um: Spielsachen, Bälle, Tunnels, weitere Flächen, etc.

Das Ergebnis: Die Mäuse bevorzugten nun das normale Wasser gegenüber dem Heroin-getränkten.

Und sie waren – wenn man es so sagen kann – trotzdem glücklicher!

Sie spielten, bekamen Babys, ihnen wurde nie langweilig und dann zogen sie ihre Familien gemeinsam auf.

Nun stellt sich natürlich die Frage:

Kleine Maus in einem Glas.

Sind wir wie Mäuse?

Von einem kleinen Lebewesen wie der Maus auf einen großen Menschen Rückschlüsse zu führen ist selbstverständlich nicht 1 zu 1 möglich.

Dennoch hat die Wissenschaft gezeigt, dass es hier einige Parallelen gibt.

Einige Patienten, denen über längeren Zeitraum eine drogenähnliche Substanz verabreicht wurde, sind nicht direkt süchtig geworden.

Sie konnten danach ohne die Droge glücklich weiterleben.

Warum? Weil man sie zurück zu ihren Familien und Freunden gebracht hat. In ein Umfeld, das ihr Glück und ihre Freude verstärkt hat.

Man hat sie sozusagen aus ihren Käfigen befreit.

Ergo: Arbeite an deinen Beziehungen und lass dich nicht in einen Käfig einsperren!

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