Return to site

„Mama, Papa, ich habe eine Essstörung.“

Wie reagieren deine Freunde und Familie darauf?

Hi, hier ist eure Julia wieder.

 

Heute geht es darum, anderen von deinem Geheimnis zu erzählen - deiner Essstörung. Wie lange trägst du das Geheimnis schon mit dir rum? Wochen? Monate? Wenn du auf diesen Artikel geklickt hast, bist du schon einen großen Schritt gegangen. Der Schritt hin zum Outing vor Freunden und vor der Familie ist ein großer aber sinnvoller.

 

Denn je früher du dich mit der Krankheit auseinandersetzt und je früher du Hilfe suchst, umso schneller und leichter kommst du wieder in ein normales Leben zurück.

 

Ein Leben, in dem du dir Gedanken darüber machst, ob du Mittags lieber Schwimmen gehst oder auf die nächste Prüfung lernst. Ein Leben, in dem du dir fast gar keine Gedanken mehr über Essen machst.

Aber bevor wir uns anderen anvertrauen, schwirren die komischsten Dinge durch unseren Kopf:

Werden sie mich auslachen?

Werden sie Fragen stellen?

Werden sie danach noch mit mir reden wollen?

Es gibt viele Gründe, die Krankheit für sich zu behalten. Niemand ist gerne in der Position, Schwäche zu zeigen und andere so tief in die Gefühlswelt blicken zu lassen. Doch es sprechen mehr Gründe dafür als dagegen:

Was spricht für ein Outing

Einiges spricht dafür:

  • Dir wird ein ganz ganz großer Stein vom Herzen fallen
  • Du wirst den ersten Schritt gegangen sein
  • Du wirst merken, was für einen großen Rückhalt du hast
  • Deine Freunde und Familie wissen dann endlich, was mit dir los ist und warum du dich manchmal komisch verhalten hast
  • Dein Leben wird sich verbessern

Was spricht gegen ein Outing

Jeder von uns hat zwei Stimmen im Kopf. Die eine weiß was gut und richtig ist, die andere ist voller Ängste und Zweifel. Und diese Stimme wird laut, wenn du dir ausmalst, was gegen ein Outing spricht. Hier musst du abwägen, was dir wichtiger ist: Dass deine Freunde dich in deinem Heilungsprozess unterstützen oder willst du es lieber alleine durchstehen?

Einige gehen auch nur mit der Unterstützung ihrer Eltern durch den Heilungsprozess. Bei mir war der Draht zu meinen Freunden aber stärker und sie haben mich während der Therapie besser unterstützen können.

Was passiert danach?

Darüber machen sich wahrscheinlich alle am meisten Gedanken: Was passiert danach? Dabei hat es mir geholfen, einmal im Kopf auszumalen, was ich verlieren würde, wenn ich meiner Familie davon erzähle:

Nichts.

Ich werde auch danach nicht zu irgendwas verpflichtet. Mir ist dadurch ein Stein vom Herzen gefallen und mir fiel es leichter, die Magersucht zu akzeptieren und mit der Therapie zu beginnen, da ich wusste, dass meine Familie für mich da sein wird. Denn wenn dein Umfeld weiß, was mit dir los ist, musst du dich nicht jedes mal rechtfertigen.

Zwei junge Mädchen mit Magersucht liegen auf einem Auto.

Wie es bei mir war

Es war anders als ich erwartet habe. Meine Eltern meinten natürlich "wir dachten schon, dass etwas mit dir nicht stimmt" aber sie haben mich in die Arme genommen und ganz lange gedrückt und gesagt, dass wir das gemeinsam durchstehen.

Muss ich mich überhaupt outen?

Natürlich zwingt dich niemand dazu, dein Geheimnis deinen Freunden zu erzählen.

Bei mir war es auch so, dass ich mit den ersten Therapiestunden begonnen habe und erst als ich mich ein wenig besser fühlte, bin ich dann zu meinen Freunden gegangen und habe ihnen davon erzählt.

Drei Jugendliche reden über Essstörungen und Magersucht.

Kein Schalter, sondern Schritte

Die Krankheit kannst du leider nicht wie einen Schalter umlegen und dann ist sie vorbei. Es sind viele kleine Schritte, die dich immer weiter nach vorne bringen. Wenn du lieber zuerst ein Beratungszentrum oder einem Arzt in deiner Nähe kontaktieren willst, ist das auch ein guter erster Schritt. Da kannst du dir dann Infos holen und gestärkt mit diesen Infos dann an deiner Eltern und Freunde rantreten.

Und das Outing ist einer der ersten.

Weitere Infos

Du willst mehr Geschichten und Motivationen rund um das Thema Essstörungen und Magersucht? Dann folge uns auf Facebook.

Du willst Gastautorin oder Gastautor werden? Dann schreibe mir an julia.w@jourvie.com.

Oder sammle kostenlose Inspiration und Motivation durch unsere wöchentlichen Blogposts:

All Posts
×

Almost done…

We just sent you an email. Please click the link in the email to confirm your subscription!

OKSubscriptions powered by Strikingly