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Hässliches Entlein war gestern

Die ehemalige Germany's Next Topmodel Kandidatin und Plus-Size-Model Kera Rachel Cook veröffentlicht hier den Prolog und Abschnitte aus einzelnen Kapiteln ihres Buches.

Liebe Community,

heute haben wir eine wundervolle Nachricht für euch: Als Leser von Jourvie dürfen wir euch den Prolog sowie einzelne Abschnitte des Buches "Hässliches Entlein war gestern" von Kera Rachel Cook vorstellen.

Das Buch verlosen wir die Woche über auf Facebook. Hier lohnt sich ein Blick, falls ihr nach dem Artikel tiefer einsteigen wollt. Nun viel Spaß:

Prolog

Ich bin 29, zwischen 1,85m und 1,87m, verheiratet und teilzeitglücklich. Und das ist keine Biografie. Das ist der zweite Anlauf der Aufarbeitung meiner Krankheitsgeschichte. Hätte ich das Buch vor zwei Jahren gleich beim ersten Anlauf zu einem Ende gebracht, dann wäre diese Geschichte eine andere gewesen. Es wäre die Geschichte eines Plus-Size-Models, das dem Schlankheitswahn der Modeindustrie den Kampf angesagt hat und nun die Welt versucht davon zu überzeugen, dass Frauen mit Kurven genauso schön sind wie die schlanken Models, mit denen sonst Unterwäsche oder Makeup verkauft wird.

Kera Rachel Cook

(c) Robert Cook 2017

Hättest du das Buch vor zwei Jahren gelesen, dann hätte ich dir erzählt, dass ich wieder auf derselben kalten Marmorbank sitze. Wieder durch die Hochglanzmagazine auf demselben Tisch vor mir blättere. Wieder darauf warte, dass man mich in dasselbe Büro bringt und doch eine andere Person bin: elf Jahre älter, elf Jahre erfahrener. Das erste Mal als ich die Villa in München betreten habe, hatte ich keine Ahnung von dieser Welt. Ich war ein junges, zutiefst verunsichertes Mädchen, das hoffte, hier die Anerkennung, die Bewunderung zu finden, an der es ihm in der normalen Welt fehlte. Ich war immer deutlich größer als die anderen Mädchen und Jungen in meinem Alter. Ich war deutlich größer als die meisten Erwachsenen. Irgendwie hielten viele Menschen mein Gesicht für hübsch; dieses Gesicht, das mir jeden Morgen aus dem Spiegel entgegenblickte und das ich selbst alles andere als schön fand. Aber hier in dieser Modelagentur lag ein Versprechen in der Luft, das Versprechen, dass ich mit meiner Andersartigkeit endlich irgendwo ankommen, endlich das große Glück finden könne. Doch dieses Versprechen wurde nie erfüllt; nicht mit fünfzehn und nicht mit Ende 26.

Nur wusste ich das vor zwei Jahren noch nicht. Aber heute ist nicht vor zwei Jahren, sondern jetzt. Und genau deshalb ist dieses Buch nicht die Geschichte eines aufstrebenden Plus-Size-Models auf der Suche nach Anerkennung, sondern die Geschichte einer jungen Frau, die ihre Essstörung überwunden, das Model-Business mit all seiner Oberflächlichkeit und Falschheit hinter sich gelassen und sich dafür entschieden hat, sein Glück in der Selbstliebe zu finden. Auch, wenn ich heute weder das 26jährige Model noch das 15jährige Mädchen bin, bleiben beide ein Teil von mir, ein Teil meiner Geschichte, die in dieser Münchner Villa begonnen hat.

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Kera zu Hause

(c) Kera Rachel Cook

Ich saß also mit fünfzehn zum ersten Mal in einer der besten Modelagenturen Deutschlands und wusste es nicht mal. Ich hatte eh nicht so richtig viel Ahnung davon, was Models eigentlich tun. Germany’s Next Topmodel gab es zu der Zeit noch nicht. Klar kannte ich Models aus Zeitschriften und dachte mir, dass die wohl irgendwie vor der Kamera stehen, aber wirklich viele Gedanken hatte ich mir darum nie gemacht. Also saß ich ahnungslos einer Scouterin gegenüber, die meiner Mutter und mir davon erzählte, wie sie mich im nächsten Sommer, wenn ich 16 sei, nach München holen würde, um Bilder zu machen und Kunden zu treffen.

Kennengelernt hatte ich die Modelagentin kurze Zeit zuvor bei dem Talentworkshop einer deutschen Mädchenzeitschrift in München, wo ich dann auch meine ersten Laufstegerfahrungen machen sollte. Alle anderen Mädchen dort waren irgendwie deutlich dünner als ich und durften die viel schöneren Klamotten tragen. Ich musste nehmen, was in meiner Kleidergröße da war. Trotzdem gab mir die Agentin am Ende des Tages ihre Karte und bat mich, sie anzurufen – nicht die anderen schlankeren Mädchen, sondern mich.

Und was macht man, wenn einem ein Model-Scout eine Karte gibt? Man ruft an, vereinbart einen Termin und überredet Mutti, die noch viel weniger Ahnung von der ganzen Sache hat als man selbst, mit einem nach München zu fahren. Dann sitzt man in einem schicken Büro vor dieser Dame und hört sich an, wie viel Geld man in kurzer Zeit verdienen und in welche Länder man reisen könne. Alles, was man dafür tun müsse, sei abzunehmen, weil man mit einer Kleidergröße 38 bei einer Körpergröße von über 1,80m einfach deutlich zu kräftig sei. Zu kräftig? Echt jetzt? Okay… Aber gut, die hat ja wohl mehr Ahnung als ich und wenn die das will, dann nehme ich halt ab. Ich hatte also ein Jahr Zeit, um abzunehmen.

Ich fuhr mit einem festen Ziel nach Hause. Ich würde Model werden. Ich würde schön und erfolgreich sein und allen in meiner Schule und meinem Umfeld zeigen, was sie einfach nicht zu sehen schienen. Ich würde ihnen zeigen, wie toll ich war. Mit gerade mal 15 Jahren beschloss ich meine erste Diät zu machen, obwohl ich eigentlich einen vollkommen gesunden Körper hatte. Heutzutage ist es nicht mal ungewöhnlich, dass 15jährige Mädchen bereits die ersten Diäten hinter sich haben. Als ich 15 war, stand ich mit meinen Abnehmplänen alleine da. Ich wollte aussehen, wie die jungen Frauen in den Zeitschriften: schlank und schön. Also begann ich, in einem Fitnessstudio zu trainieren, wo ich dann auch meine ersten Trainings- und Ernährungspläne bekam.

Kera Rachel Cook als Teenager

(c) Kera Rachel Cook

Ich sollte drei Mal die Woche ins Studio kommen, um an den Kraft- und Ausdauergeräten zu trainieren. Ich sollte mehr Wasser und weniger Limonade trinken, mehr Obst und Gemüse und weniger Schokolade essen. Da fing für mich schon das erste Problem an. Wasser pur mochte ich so gar nicht und Schokolade fand ich auch viel besser als Obst und Gemüse. Ich war auch nie der Typ Mensch, der ein Stück Schokolade isst, die Tafel wieder einpackt und zurück in den Schrank legt. Wenn ich eine Tafel Schokolade aufmache, dann ist sie danach weg. Wenn man aber Model werden will und nicht den Energieverbrauch einer Kleinstadt hat, kann man nun mal nicht jeden Abend eine ganze Tafel Schokolade essen. Schokolade war für mich somit tabu. Aber nicht nur Schokolade. All die Sachen, die ich bisher gerne gegessen hatte (Pizza, Eis & Chips), waren auf einmal der Feind. Die ‚verbotene Lebensmittel‘-Liste war geboren, der Kampf eröffnet.

Verbotene Lebensmittel

Schokolade

Eis

Gummibären

Kuchen & Torten

Kekse

Desserts

Pizza

Chips & Knabberkram

Fast Food

Brot

Pasta

Kartoffeln

Reis

Fettreiche Milchprodukte

Säfte

Limonade

Alkohol

Erlaubte Lebensmittel

Gemüse

Obst

Fettarmer Fisch

Eier

Fettarme Milchprodukte

Wasser

Ungesüßter Tee

Es war von Anfang an ein Kampf. Ich war zwar kein Bewegungsmuffel, aber eine richtige Sportskanone eben auch nicht. Aber jetzt hieß es nach der Schule in den Bus einsteigen, um ins Fitnessstudio zu fahren und das drei Mal die Woche. Die ersten zwei, drei Wochen war ich super motiviert. Ich hatte ja immerhin auch große Ziele. Ich strampelte mich regelmäßig auf dem Crosstrainer ab, nicht nur drei Mal sondern gleich vier oder fünf Mal die Woche. Eine halbe Stunde sollte laut der Trainerin reichen, um erste Ergebnisse zu sehen. Aber ich dachte, wenn eine halbe Stunde schnell Ergebnisse zeigen würde, würde eine ganze Stunde noch schneller zum Erfolg führen. Ich schwitzte eine Minute um die andere meine Zeit auf der Tretmühle ab und wusste, mit jeder verbrannten Kalorie würde ich meinem Traum ein Stück näherkommen. Jeder der schon einmal versucht hat, Gewicht zu verlieren, weiß, dass die anfängliche Motivation schnell verflogen ist. Entweder man überwindet dann seinen Schweinehund und bleibt weiter am Ball oder aber man macht mal eine klitzekleine Pause oder zwei. Ich gehöre eher zur zweiten Gruppe. Aus hochmotivierten vier Tagen im Fitnessstudio wurden schnell drei oder zwei. Manchmal blieb ich eine Woche auch ganz zu Hause. Ich hatte ja auch noch ein ganzes Jahr Zeit, um abzunehmen. Man muss ja auch nichts überstürzen. Ich konnte einfach weniger essen, dann würde ich meine tägliche Kalorienanzahl auch nicht überschreiten.

Kera bei Germanys Next Topmodel

(c) GNTM

Nachdem ich auf dem Stepper gestanden und gesehen hatte, wie lange ich trainieren musste, um fünfhundertsechzig Kalorien zu verbrennen, also eine Tafel Rittersport Nugat, begann ich ganz genau zu überlegen, was ich aß und wie viele Kalorien etwas hatte. Kalorientabellen wurden meine neuen besten Freunde. Ich führte genau Protokoll darüber, was ich aß. Notierte mir die Kalorien, um ja nicht zu viel zu mir zu nehmen. Konnte ich mich zum Training nicht motivieren, aß ich weniger. Und ich wurde dafür belohnt. Die ersten Kilos schmolzen, mein Bauch wurde fester, meine Taille schmaler. Ich war auf einem guten Weg. Wenn da nur nicht immer dieses starke Verlangen nach Schokolade und Eis und Chips und Pizza gewesen wäre. Ich konnte an nichts anderes mehr denken als an den Geschmack von geschmolzenem Käse auf einem großen Stück Pizza Margherita. Plötzlich schien um mich herum niemand mehr etwas anderes zu essen als Pizza. Nur ich, ich durfte nicht. Aber ich blieb standhaft – am Anfang zumindest.

 

Dann überkam mich der Hunger. Wer wird auch schon richtig satt von grünem Salat? Also ich schon mal nicht. Wie ein Zombie auf Fleischentzug bin ich zum nächsten Supermarkt gelaufen und habe mir eine Tiefkühlpizza geholt. Dass ich sie vorher noch in den Ofen geschoben habe, grenzt fast schon an ein Wunder. Nur halbgegart stopfte ich die Pizza in mich rein. Obwohl Tiefkühlpizza nicht unbedingt den Ruf hat, qualitativ hochwertig zu sein, war das in dem Augenblick für mich die beste Pizza der Welt. Die Pizza war weg, der Hunger so halbwegs, aber der Appetit noch lange nicht. Also noch mal schnell in den Supermarkt, um eine zweite Pizza zu holen. Der gab ich dann wenigstens genug Zeit, um zu backen. Eine halbe Stunde später lag ich allein auf meinem Bett, der Bauch zum Platzen gespannt mit furchtbaren Magenschmerzen und Selbstzweifeln so groß wie ein Nilpferd. So ein Kram. Was war das denn? 1600 Kalorien einfach mal kurz zwischendurch!? So wirst du kein Model!!! Abgesehen von der Übelkeit fühlte ich mich wie der letzte Versager, fett und hässlich. All die Anstrengungen der letzten Wochen waren umsonst gewesen. Ich hatte Alles kaputt gemacht. Was also tun? – Einfach am nächsten Tag noch strenger Diät halten, ein paar Kalorien einsparen und zwei Stunden statt einer auf den Crosstrainer gehen, dann würde schon keiner merken, dass ich gerade zwei Pizzen gegessen hatte. Damit meine Eltern nichts davon mitbekamen und irgendwelche komische Fragen stellen konnten, wenn sie abends nach Hause kommen würden, warf ich die Pizzakartons und die Folien direkt unten in den Gemeinschaftsmüll vor dem Haus.

Am Tag darauf war ich dann drei statt eineinhalb Stunden im Fitnessstudio, um dieses ganze Fett, das ich am Tag zuvor in mich hineingestopft hatte, wieder loszuwerden. In die Schule nahm ich nur Reiswaffeln und Gemüsesticks mit…

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…Schon ein zerbrochenes Glas, ein verschütteter Nagellack oder ein kleiner Streit konnten bei mir zu einem halben Nervenzusammenbruch führen. Irgendwann saß ich dann nur noch auf dem Boden, heulte wie ein kleines Kind und schlug mir mit den Fäusten gegen den Kopf oder verkratzte mir die Oberschenkel. Ich wollte einfach nur noch sterben.

Ich halte es nicht mehr aus. Ich will nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Meine Handgelenke aufschlitzen. Meinen Kopf gegen die Wand schlagen bis mein Gesicht blau ist, bis ich bewusstlos bin. Mich besaufen bis ich kotze. In den Wald rennen. Nie mehr zurückkommen. Einfach einschlafen. Nicht mehr aufwachen. Schlaftabletten. Aspirin. Alkohol. Gegen den nächsten Baum fahren. Einfach sterben. Ende. Ich bin allein. Ich will nicht mehr. Es soll endlich aufhören. Ich halte es nicht mehr aus.

Was soll die Scheiße!? Ich bin schuld. Ich bin eine dumme ***. Was soll die Scheiße!? Steiger dich nicht so rein! Mach doch nicht so eine Scheiße! Wegen so einer Kleinigkeit. Alles zu viel. Ich kann nicht mehr. Steiger dich nicht so rein! Was sollen die Leute über dich denken? Warum bist du so scheiß kompliziert? Mach doch endlich Schluss!

Auf mich einprügeln. Meine Nase brechen. Auf mich eintreten. Auch wenn ich schon auf dem Boden liege, wenn mir das Blut aus dem Mund läuft. Weitertreten bis ich kotze. Dumme ***. Du machst Alles kaputt! Nachtreten. Immer weiter. Schmerzen. Du hast es verdient. Dumme ***. Ich hasse dich. Verreck doch einfach. Es hat doch eh keinen Wert. Du fette, hässliche, dumme Kuh.

Lasst mich alle in Ruhe! Ich brauche euch nicht! Ich versau es doch eh. Warum muss denn immer alles im Chaos enden? Ich hab‘ es versaut! Ich versau es immer. Ich kann es gleich bleiben lassen. Ver*** ***. Immer versaust du es. Erschieß dich doch einfach. Warum? Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Scheiße. Ver*** Scheiße! Scheiße! Scheiße! Scheiße!!!

Wut. Zorn. Leere. Ganz viel Leere. Schwarz. Ich bin müde, richtig, richtig müde. Meine Augen brennen. Meine Augen sind müde und trocken und salzig verklebt. Ich muss die ganze Zeit blinzeln. Ich habe Kopfweh. Mir ist schlecht.

histication.

Ich wusste, dass ich Hilfe brauchte. Ich musste aus Hamburg weg. Ich konnte nicht mehr hierbleiben, sonst würde ich zu Grunde gehen. Ich wollte bei meiner Mutter sein. Ich wusste, dass ich in eine Klinik musste. Die ambulante Therapie reichte nicht mehr. Ich brauchte MEHR Hilfe…

Fotoshooting mit Avron Leto Williams

(c) Avron Leto Williams

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…Während ich mir früher noch einzureden versuchte, dass ich als Model arbeitete, weil es mir so viel Spaß machte, vor der Kamera zu stehen, auf dem Catwalk zu sein und so viel zu reisen, hatte sich meine Perspektive doch stark verändert. Von den Reisen hatte ich meist nicht besonders viel, weil ich oft gar keine Zeit hatte, etwas von der Stadt zu sehen. Ich stand auch nicht vor der Kamera, weil es mir so viel Spaß machte, sondern weil es für mich eine leichte Möglichkeit war, Geld zu verdienen und vor allem Aufmerksamkeit zu bekommen. Es gibt wenig, was einem die Bewunderung und Aufmerksamkeit der breiten Masse so leicht verschafft, wie Unterwäsche- oder Bikinifotos. Dazu ist nicht einmal ein professioneller Fotograf hinter der Kamera nötig, sondern nur ausreichend nackte Haut davor.

Die wenigsten Frauen beginnen wohl ihre Modelkarriere mit dem Wunsch, sich vor einer Kamera auszuziehen. Die meisten Models ziehen sich im Lauf ihrer Karriere vor einer Kamera aus, rein ästhetisch und künstlerisch versteht sich, nicht wie in den billigen Schmuddelheftchen.

Kera Rachel Cook im Curvy Magazine

(c) Curvy Magazine by Silvana Denker

Als Model wächst man da irgendwie so langsam rein. Zu Beginn ist es vielleicht noch ein wenig unangenehm, wenn man vor einem Fotografen in Unterwäsche rumspringt. Spätestens, wenn man sich aber für ein Editorial in der Fußgängerzone einer Großstadt umgezogen hat und sämtliche Menschen, Frauen wie Männer, einen im Backstage-Bereich einer Fashion Show zwischen zwei Outfits nackt gesehen haben, sinken die Hemmungen doch erheblich. Oder um es mal mit den Worten eines befreundeten Models auszudrücken: „Wenn ein Fotograf wie Rankin sagt, zieh dich aus, dann ziehst du dich halt aus.“ Und gegen so ein bisschen verdeckten Akt kann ja auch niemand etwas sagen. Ist ja eigentlich auch nichts anderes als mit Bikini. So schnell hast du auf einmal Nacktbilder von dir, auf denen gerade mal Brustwarzen und Bikinizone verdeckt sind (Viel geschmackvoller als in den ganzen Männermagazinen. Für sowas würde man sich selbstverständlich nie ablichten lassen.).

Kera bei Marina Rinaldi

(c) MARINA RINALDI

Schwer nachvollziehbar? Für mich mittlerweile auch. ‚Wenn man stolz auf seinen Körper ist, dann kann man den auch ruhig selbstbewusst zeigen.‘ Das dachte ich früher auch. Aber mal ganz ehrlich: Jemand der wirklich selbstbewusst ist, der braucht seinen Körper niemandem zu zeigen. Wozu auch? Damit einem andere sagen, wie schön man ist? Damit andere einen beneiden oder bewundern, so aussehen wollen, wie man selbst? Damit andere einen bestätigen und bestärken? Das wäre dann aber nicht das Bewusstsein für sich selbst, sondern das Bewusstsein der anderen. Wer sich selbst genug ist, der braucht diese oberflächliche Bewunderung anderer nicht. Sich das bewusst zu machen, tut weh, so richtig weh. Alte Unterwäschebilder von mir zu sehen auch. Weil sie mir vor Augen führen, was ich all die Jahre nicht war: selbstbewusst. Ich war mir meiner Selbst so wenig bewusst, dass ich meinen Wert als Person über das Maß an Aufmerksamkeit und Bewunderung fremder Menschen festmachte…

Kera für STRICKTRENDS

(c) STRICKTRENDS

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Titelbild: (c) Robert Cook 2017

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