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Die Bulimie. Teil 1.

Ursachen, Symptome, Fakten.

Hallo, hier mal wieder die Sarah! Na, hast du mich schon vermisst? Ich freue mich jedenfalls auf den heutigen Beitrag mega :). Falls du mir privates Feedback hinterlassen möchtest oder vielleicht auch einmal einen Gastbeitrag schreiben willst, kannst du dich gerne unter sarah.m@jourvie.com bei mir melden. So und heute einmal mit einem „trockenerem“ Thema, welches ich aber trotzdem mega interessant und vor allem super wichtig finde, da es mich selber betrifft:

Was ist eigentlich Bulimie?

Bulimie ist, genau wie Magersucht, eine Krankheit. Ihr Fachbegriff lautet Bulimia nervosa, manchmal spricht man auch vom Ochsen- bzw. Stierhunger (klingt gemein oder?) und zwar einfach nur weil das Wort Bulimie vom altgriechischen Wort βουλιμία stammt, welches wörtlich „der Ochsenhunger“ heißt. Streng genommen bezeichnet dies nur das Symptom des Heißhungers aber der Begriff hat sich schon früh als Überbegriff für die ganze Krankheit festgesetzt.

Menschen die an Bulimie leiden haben meist Fressanfälle, die danach, übermannt durch die Schuldgefühle, darüber übergehen, dass die Betroffenen versuchen, sich des ganzen Essens zu entledigt, indem sie sich den Finger in den Hals steckt. Die Essattacke wird oft dadurch verursacht, dass sich Betroffene zu hohe Ziele stecken, wie beispielsweise nur 1en in der Schule zu schreiben, wenn sie dann enttäuscht sind, weil sie ihr Ziel nicht erreicht haben, versuchen sie sich durch die großen Mengen an „comfort food“ Trost zu suchen.

Während der Essattacken verlieren die Betroffenen dann die Kontrolle, essen Unmengen an süßem und salzigem gemischt und stopfen alles, was ihnen in den Sinn kommt in sich rein. Natürlich fühlt man sich nach einer solchen Attacke nicht besser, sondern, ganz im Gegenteil, eher schlechter als vorher. Da der Körper vollkommen überfordert ist, von den Mengen an Essen, die er nun verdauen muss gibt er einem das Gefühl super müde und träge zu sein. Gemischt mit dem Schamgefühl und der Wut über den (meistens wiederholten) Kontrollverlust, kommen bei den Betroffenen nun oft Gedanken des Selbsthasses auf. Sie wünschen sich, das ganze Essen wieder rückgängig zu machen und haben gleichzeitig das Gefühl, dass sie sich bestrafen müssten.

Diese neue Gefühlswelle führt dann dazu, dass sich die Betroffenen meistens auf dem Weg zum Klo machen um des Geschehene wieder umzukehren. Doch natürlich geht das negative Gefühl dadurch nicht weg, hinzu kommt ein ekelhafter Geschmack im Mund, der auch nicht durch Zähne putzen wegzubekommen ist. Außerdem braucht der Körper natürlich sehr viel Kraft, denn die Betroffenen zwingen ihn, durch das absichtliche Erbrechen dazu, etwas zu tun, was unnatürlich für ihn ist und was er zu bekämpfen versucht. Durch die erzwungene Maßnahme und den inneren Kampf wird der Körper noch müder und die betroffene Person fühlt sich meistens danach komplett Antriebslos. Diese wiederkehrende Enttäuschung und das Gefühl der Antriebslosigkeit können auch schnell zu einer Depression führen.

Was genau passiert im Körper, wenn man sich übergibt?

Wenn man etwas verdorbenes gegessen hat oder sich eine Magen-Darm-Infektion holt reagiert der Körper manchmal mit einem ganz natürlichen Brechreiz. Dies tut er weil sich Giftstoffe im Magen befinden, die er loswerden möchte. Erbrechen scheint eigentlich relativ simpel, tatsächlich ist es aber ein höchstkomplizierter Prozess, der gar nicht im Magen, sondern im Gehirn beginnt. Bei einer Lebensmittel-Verstimmung beispielsweise leitet der Magen Signale an das so genannte „Brechzentrum“ im Gehirn.

Wir kennen diese Situation ja alle, oft kommt es dabei auch zu Schweißausbrüchen, man wird blass, oder einem wird schwindelig. Das liegt daran, dass das „Brechzentrum“ mit anderen Hirnregionen, die z.B. Atmung, Kreislauf und Gleichgewicht steuern, zusammenarbeitet. Der Brechgang ist ein, vom Gehirn, perfekt koordinierter Vorgang. Das Zwerchfell und die Bauchmuskeln verkrampfen sich und treiben den Brechakt voran. Der obere Darmabschnitt löst eine Druckwelle aus, die auf den Magen trifft und dessen Inhalt in einem super schnellen Tempo nach oben drückt. Die Speiseröhre unterstützt dabei kräftig den Darm beim Nahrung hochschieben. Im selben Moment verschließen sich Luftröhre und Nasenrachenraum, damit kein Essen rein gelangt und zack spuckst du das Gift aus.

Problematisch wird es, wenn sich Personen, die beispielsweise an Bulimie leiden, daran gewöhnen absichtlich zu erbrechen. Denn wir Menschen sind Gewohnheitstiere, gepaart mit dem „Rush“ den viele beim Erbrechen verspüren und der Angst vor einer Gewichtszunahme führt dies häufig zu einem Teufelskreis. Man erbricht eine Mischung aus dem, was man gerade zu sich genommen hat und ekelhafte Magensäure. Bei dem Wort Säure sollten bei dir schon die Alarmglocken losgehen, denn Säure ätzt ja bekanntlich und das tut sie auch in deinem Körper, aber dazu später mehr.

Sich absichtlich zu übergeben, ist dabei gefährlicher als es auf natürliche Weise zu tun, weil du aktiv versuchst, so viel wie möglich aus dem Körper rauszubekommen. Das belastet die Speiseröhre zusätzlich und setzt den Körper unter Druck.

Wie viele Menschen haben Bulimie?

Laut dem BZgA tritt Bulimie meistens bei Mädchen und vor allem während der Pubertät auf, allerdings gibt es immer häufiger Fälle von unter 12-Jährigen, die an Bulimie leiden. Nach der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) von 2013 leiden 0,3% der Frauen und 0,1% der Männer im Alter von 18 bis 79 Jahren an Bulimie. Laut der Universität Ulm leiden 3 - 4% der Männer und Frauen im Alter von 15 bis 35 an Bulimie. Interessant ist bei den Zahlen, dass 60% der an Bulimie leidenden Menschen Abitur haben.

Warum bekommt man Bulimie?

Es ist schwer genau zu sagen, warum Menschen genau Bulimie bekommen. Es können ganz unterschiedliche Auswirkungen sein, die dazu führen. Jeder Mensch ist unterschiedlich. Jeder reagiert unterschiedlich auf Kommentare, Beleidigungen (wie du bist dick), oder auch Komplimente. Manche stecken Kommentare eher weg, andere sind sensibler und nehmen sich diese Kommentare zu Herzen. Ihr kennt das ja bestimmt von Freunden/ der Familie. Alle reagieren unterschiedlich empfindlich, je nachdem wie sie gestrickt sind. Allerdings kann es, wie bei anderen psychischen Problemen verschiedene Faktoren geben, die ein Teil des Auslösers sein können.

Die Gene: Die Gene beeinflussen wie wir aussehen, was wir für einen Geschmack haben und eben auch wie empfänglich wir für Kommentare oder eben Beleidigungen sind. Bestimmte Gene spielen bei Krankheiten wie Depressionen, Angstzuständen, und anderen psychischen Problemen eine Rolle. Die Wissenschaft ist mittlerweile so weit, dass sie behaupten kann, dass 50 - 80% des Risikos, an einer Essstörung zu erkranken, von den Genen abhängig ist.

Ein Trauma: Wenn einer Person etwas sehr schlimmes widerfährt, wie eine Misshandlung, Tod eines nahestehenden Menschen, großer Stress, ein Unfall oder eine lebensverändernde Erfahrung, können diese Menschen in großen Mengen an Essen Trost finden. Durch das Überfressen kann es passieren, dass sie zunehmen, sich dadurch unwohl fühlen und einen extremen Wandel durchführen wollen, indem sie eine Essstörung wie der Bulimie oder der Magersucht entwickeln.

Die Persönlichkeit: Es gibt keine Essstörungspersönlichkeit. Nichtsdestotrotz scheinen viele Menschen mit Essstörungen eine ähnliche Kombination an Charakterzügen und Eigenschaften zu besitzen. Unter andere, aber natürlich nicht ausschließlich, sind Menschen mit Essstörungen häufig perfektionistisch, zwanghaft, depressiv, manche haben das Gefühl nicht geliebt zu werden oder sind von ihrem Leben überfordert. Um mit diesen starken Gefühlen klarzukommen, kann es dazu führen, dass die Betroffenen eine Bulimie entwickeln.

Die Familie: Bulimie diskriminiert nicht. Sie kann jede Schicht, Ethnie und jedes Geschlecht treffen. Doch die familiäre Umgebung kann eine Rolle bei der Entwicklung der Bulimie spielen. Viele Männer und Frauen mit Bulimie stammen aus Familien, in denen wenig kommuniziert wurde und Emotionen unterdrückt wurden. In manchen Fällen stammen Bulimiker auch aus Familien in denen sexueller, körperlicher und emotionaler Mißbrauch vorkam. In zerrütteten Familien ist die Zuwendung zur Essstörungen (genau wie Depressionen oder der Drogenmissbrauch), eine Flucht vor der Realität für die Betroffenen. Es kann aber auch zu einer Essstörung kommen, wenn Eltern zum Beispiel sehr hohe Erwartungen an ihre Kinder haben und die Kinder unter hohem Leistungsdruck stehen. Die Familie kann also, muss aber keine große Rolle bei der Entfaltung einer Essstörung spielen.

Sooo, ich glaube der Blog ist erstmal lang genug geworden. Aus diesem Grund habe ich beschlossen ihn in zwei Teile zu dividieren. Nächste Woche gehts dann weiter mit Symptomen, Folgen und Infos über Stars die von ihren Bulimieerfahrungen erzählen also bleibt dran!

Falls ihr mir schreiben wollt oder einen Kommentar zu diesem Blog habt, könnt ihr das gerne unter sarah.m@jourvie.com tun! Ich freu mich auf einen vollen Briefkasten ;).

Bis nächste Woche ihr Lieben <3

Habt euch lieb!

Sarah

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